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Agatha Christie 1890-1976 Biografie

Agatha Christie wurde 1890 als Agatha Mary Clarissa Miller in Torquay in der Grafschaft Devon in Südengland geboren. Die Familienverhältnisse der Millers waren ziemlich verzwickt und hätten einem Kriminalroman von Agatha Christie entstammen können. Agathas Großmutter Mary Ann West war bereits im Alter von 25 Jahren Witwe und hatte große Probleme, ihre vier Kinder und sich selbst durchzubringen. Ihre Schwester Margaret, verheiratet mit einem reichen Witwer aus USA, Nathaniel Miller bot an, eines der Kinder bei sich aufzunehmen. Dies geschah dann auch und so kam Agathas Mutter Clara zur Familie Miller. Diese verliebte sich in den neun Jahre älteren Sohn ihres Pflegevaters aus erster Ehe, Fredrick Miller, und heiratet ihn 1878, was dazu führte, dass ihre Tante, die gleichzeitig ihre Adoptivmutter war, nun auch noch ihre Stiefschwiegermutter wurde.

Die Millers lebten in der großen viktorianischen Villa "Ashfield" in Torquay, wo Agatha als drittes Kind der Familie zur Welt kam. Agatha erlebte eine behütete, aber entsprechend viktorianischer Vorstellungen eine von den Eltern distanzierte Kindheit. Da ihre Geschwister wesentlich älter waren, wuchs sie als Einzelkind auf, war oft sich selbst überlassen und begann daher, sich phantasievolle Geschichten auszudenken.

Durch den Tod des Vaters im Jahre 1901 wurde die finanzielle Situation der Familie schwieriger. Es gab nur noch ein eingeschränktes gesellschaftliches Leben, aber für Agathas Aufenthalte in verschiedenen Mädchenpensionaten reichte es allemal.

Agatha gibt ihre Pläne Konzertpianistin oder Opernsängerin zu werden wegen mangelnder Begabung bald auf und wendet sich, auch auf Druck der Mutter dem Schreiben zu. Ihr erster nie veröffentlichter Romanversuch trug den Titel Snow Upon The Desert.

1912 lernt sie Leutnant Archibald Christie kennen und lieben. Trotz einer bereits bestehenden Verlobung Agathas beschließen die beiden zu heiraten. Die Zeremonie fand am Weihnachtsabend 1914 statt, als Archibald Christie auf Heimaturlaub war.

Agatha Christie arbeitete während des Ersten Weltkrieges beim sog. "Freiwilligen Hilfskomitee" als Krankenschwester und später als Apothekenhelferin. Dort schrieb sie ihren ersten Kriminalroman. Es ging um einen Giftmord, nahe liegend angesichts der vielen Gifte, mit denen sie es täglich zu tun hatte. Die Geschichte war fast fertig, nur der Detektiv fehlte ihr noch. Die vielen belgischen Flüchtlinge in Torquay brachten sie auf die richtige Idee. Ein Belgier sollte es sein, ordnungsliebend, ja penibel, mit vielen grauen Zellen und einem hochtrabenden Namen versehen. Hercule Poirot wurde geboren.

1917 hatte Agatha Christie ihr Manuskript als letzten Versuch an den Verleger John Lane von The Bodley Head geschickt und das Ganze fast vergessen, als sie 1920 die Mitteilung bekam, dass der Verlag ihr Buch veröffentlichen wolle (zwischendurch 1919 wurde die einzige Tochter von Agatha Christie Rosalind geboren). Das Buch trug den Titel The Mysterious Affair At Styles (dt.: Das fehlende Glied in der Kette).

Als das Geld in der Familie knapp wurde und es aussah, als ob die Christies ihr geliebtes Haus "Ashfield" verkaufen müssten, schlug Archibald Christie ihr vor, einfach ein neues Buch zu schreiben, was Agatha auch tat. Diesmal schrieb sie allerdings keine Detektivgeschichte, sondern einen abenteuerlichen Geheimdienst-Roman mit dem Titel The Secret Adversary (dt.: Ein gefährlicher Gegner). Hauptprotagonisten sind ein junges Paar (Tommy und Tuppence Beresford), die im Auftrag eines geheimnisvollen Mr. Brown ein auf mysteriöse Weise auf der "Lusitania" verschwundenes Dokument suchen.

Finanziell fühlte Agatha Christie sich von ihrem Verlag betrogen, da sie von den Einnahmen ihrer Bücher nur einen Bruchteil erhielt. Sie beschloss, sich einen Agenten zu suchen, der ihre Interessen besser vertrat. Diesen fand sie in Edmund Cork. 1926, nachdem sie den Vertrag mit The Bodley Head erfüllt hatte, suchte Cork einen neuen Verlag für ihre Romane und schloss schließlich mit dem Verlag Collins ab. Agatha Christie blieb ihrem Agenten und ihrem Verlag die nächsten fünfzig Jahre treu. Als erster Roman bei ihrem neuen Verleger erschien The Murder Of Roger Ackroyd (dt.: Alibi), eine Geschichte, mit der sie gegen mehrere der geltenden Konventionen für Detektiv-Geschichten verstieß und über Nacht berühmt wurde. Im gleichen Jahr geht ihre Ehe in die Brüche. Agatha Christie verschwindet im Dezember des Jahres für zehn Tage, ein Vorgang, dessen Hintergründe bis heute nicht geklärt sind.

Ihre Ehe wird zwei Jahre später geschieden. Im gleichen Jahr (1928) entstehen die ersten Filme nach Agatha Christie Romanen und The Murder Of Roger Ackroyd wird für die Bühne bearbeitet.

1930 erscheint Agathas zweiter berühmter "Detektiv" auf der Bildfläche: Miss Jane Marple aus dem kleinen Ort St. Mary Mead, die mysteriöse Todesfälle durch Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis sowie durch Parallelen aus dem Dorfleben löst. Hinzu kommt, dass sie von allen Menschen immer nur das Schlechteste denkt und damit meistens recht hat. Ihr erster "Fall" war The Murder At The Vicarage (dt.: Mord im Pfarrhaus). In diesem Jahr lernt Agatha Christie auch ihren zweiten Mann kennen, den 15 Jahre jüngeren Archäologen Max Mallowan. Die folgenden Jahre bis 1947 werden gern als ihre "Blütezeit" bezeichnet. Es entstehen neben vielen anderen die Christie-Romane Lord Edgware Dies (dt.: Dreizehn bei Tisch), Murder On The Orient Express (dt.: Mord im Orient-Express, früher: Der rote Kimono), Death On The Nile (dt.: Tod auf dem Nil), Ten Little Niggers (dt.: Letztes Weekend auch: Zehn kleine Negerlein) und The Moving Finger (dt.: Die Schattenhand).

In diese Zeit fällt auch der Beginn der Theater-Karriere von Agatha Christie. Aufgrund negativer Erfahrungen beschließt sie, ihre Bücher nur noch selbst für die Bühne zu bearbeiten. Höhepunkt dieser Karriere sind 1952 die Uraufführung des Stücks The Mousetrap (dt.: Die Mausefalle) und ein Jahr später Witness For The Prosecution (dt.: Zeugin der Anklage). Die Mausefalle war übrigens eine Überarbeitung eines Hörspieles mit dem Titel Three Blind Mice, ein Wunsch der Königinmutter Mary, die sich 1947 zu ihrem achtzigsten Geburtstag ein Hörspiel von Agatha Christie wünschte.



1950 wurde Agatha Christie in die Londoner Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Weitere Ehrungen in den nächsten Jahren waren u. a. die Verleihung des Grand Masters Award of the Mystery Writers of America (1954), der Orden des Britischen Empire (1956), die Ehrendoktorwürde der Universität Exeter (1961) und die Aufnahme in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett (1972). Außerdem erhält sie 1971 den Titel "Dame of the British Empire" d. h., sie durfte sich von nun an Dame Agatha nennen, gleichzeitig trägt sie auch den Titel Lady Mallowan, da ihr Mann, Max Mallowan, in den Ritterstand erhoben wurde.

Unermüdlich schrieb Agatha Christie weitere Kriminalgeschichten. In den 1950er und 1960er Jahren entstanden einige ihrer besten Romane, so z.B. Mrs. McGinty's Dead (dt.: Vier Frauen und ein Mord), Cat Among Pigeons (dt.: Die Katze im Taubenschlag), The Mirror Crack'd From Side To Side (dt.: Mord im Spiegel, früher: Dummheit ist gefährlich) oder The Crooked House (dt.: Das krumme Haus), der zu ihren Lieblingsromanen gehört.

1970 erschien eines der schrulligsten und verworrensten Bücher von Agatha Christie, Passenger To Frankfurt. Hauptfigur ist eine siegfriedähnliche Gestalt, der Sohn Adolf Hitlers. Hitler selbst ist nicht umgekommen, sondern wird als Insasse einer Irrenanstalt ins Ausland geschmuggelt. Alles dreht sich um irgendeine internationale Verschwörung, in die auch ein monströses Mann-Weib, die größenwahnsinnige sadistische Gräfin von Waldsausen (dies ist kein Tippfehler) verwickelt ist. Obwohl die meisten Mitglieder der Familie von Agatha Christie über dieses Buch entsetzt waren und auch der Verlag einen Reinfall befürchtete, man gab dem Buch vorsichtshalber den Untertitel "An Extravaganza",  wurde es zumindest in Großbritannien ein Riesenerfolg, vielleicht auch nur, weil es zum achtzigsten Geburtstag von Agatha Christie erschien.

Agatha Christies letzter Roman, den sie nur unter großen Mühen schrieb, Postern Of Fate (dt.: Alter schützt vor Scharfsinn nicht), erschien 1973. Als "Schwanengesang" wurden in den nächsten Jahren noch zwei Titel von Agatha Christie veröffentlicht, die in den Kriegsjahren als "Vorrat" geschriebenen "Letzten Fälle" von Hercule Poirot Curtain (dt.: Vorhang), in dem Poirot stirbt und Sleeping Murder (dt.: Ruhe unsanft) mit Miss Marple, der in ihrem Todesjahr erscheint.

Agatha Christie starb am 12. Januar 1976 in Wallingford, Oxfordshire.

Quelle: Virtuelle Bibliothek der Stadtbibliothek Köln

 

All jenen, die mehr aus dem Leben der "Queen of Crime" erfahren möchten, können wir an dieser Stelle die Lektüre ihrer Autobiografie besonders empfehlen. Auf eine sehr persönliche, oft humorvolle und immer frische und fesselnde Weise schildert Agatha Christie das "Davor", das "Mittendrin" und das "Dahinter" ihres Lebens als Schriftstellerin und "Hobby"-Archäologin an der Seite ihres Mannes Max Mallowan.

Die folgenden Biografien sind eine besondere Empfehlung der Redaktion:

    Monika Griepenberg: Agatha Christie
    Janet Morgan: Agatha Christie

 

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